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Freiburg ist eine mittelalterliche Stadt.

Es gibt sie seit mehr als 900 Jahren (seit ca. 1120). Der damalige Herrscher war der Zähringer Herzog Bertold II. Unter seiner Burg auf dem Schlossberg entstand ein kleiner Ort. Da sich hier zwei alte Handelswege befanden und es außerdem im Schwarzwald Silber und Erz gab, hatte diese Siedlung eine gute Lage. Als Bertolds Sohn Konrad dem kleinen Ort das Recht gab, dort Markt abzuhalten, entwickelte sich Freiburg schnell und wurde größer. Von überall her ließen sich Kaufleute nieder, um ihre Waren, wie Getreide, Vieh, Holz und Stoffe auszutauschen und anzubieten.



Um 1200 Die "Konradinische Basilika"
Diese Kirche stand hier vor dem heutigen Münster.
Zeichnung: Benedikt Schaufelberger


Um 1200 hatte Freiburg etwa 6000 Einwohner und war von einer hohen Schutzmauer mit Toren umgeben.

Den Mittelpunkt der Stadt bildete der Markt und eine Kirche, die an der gleichen Stelle stand, an der später das doppelt so große Münster gebaut wurde.

Da diese Kirche nicht mehr genügend Platz für alle Einwohner hatte, begannen die Freiburger mit einem Neubau und haben dabei die alte Kirche nach und nach abgerissen, während die neuen Mauern hochgezogen wurden.

 

 


Es gab vermutlich mehrere Gründe dafür, das Münster zu bauen. Der Wunsch, damit Gott zu dienen, war sicher der wichtigste. Man wollte aber bestimmt auch den Reichtum und die Größe der Stadt zeigen. So eine große Kirche zu bauen, war sehr schwierig. Niemand, der bei der Grundsteinlegung dabei war, erlebte die Fertigstellung. Über 300 Jahre haben die Menschen am Münster gebaut. Bezahlt wurde der Neubau aus Spenden und dem Verkauf von Silber und Erzen.



In der Spätromanik werden Chor, Querhaus und Vierungskuppel angebaut.
Zeichnung: Benedikt Schaufelberger


Wie es mit dem Querhaus anfing

In der Mitte der Kirche siehst du die ältesten Bauteile. Hier scheint ein kleines Haus aus der Kirche herauszuwachsen, es ist das Querhaus. An dieser Stelle haben die Freiburger begonnen, das Münster zu bauen.

Die Kirchen des Mittelalters haben gewöhnlich die Form eines Kreuzes und bestehen aus einem Langhaus, einem Querhaus und dem Altarraum, dem sogenannten Chor. Durch drei hohe, schmale und ein großes rundes Fenster dringt etwas Licht in die Kirche. Oben auf dem Dach steht ein steinernes Kreuz. Ähnlich gebaut sind auch die unteren Stockwerke der beiden Türme hier. Wegen der goldenen Hähne auf den Spitzen werden sie von den Freiburgern „Hahnentürme“ genannt. Wie beim Querhaus gibt es unten überall Maueröffnungen, die oben rund sind, und kleine runde Bögen, die die Mauern verzieren. Die Fenster sind im Gegensatz zu den anderen Fenstern am Münster klein und die Mauern ungeheuer dick. Diese Art zu bauen, nennt man Romanik.


Wie vom Langhaus zum Turm weitergebaut wurde:

Links vom Querhaus schließt sich das Langhaus an. Dieser Teil des Münsters und auch der anschließende Hauptturm sehen anders aus. Riesige Pfeiler und Steinbögen stützen die Mauern ab. Überall gibt es Türmchen und große Figuren. Die Fenster sind so groß, dass es kaum noch Wandflächen gibt. Sie laufen oben spitz zu und haben innen Steinverzierungen. Diese Verzierungen heißen Maßwerk. Dies ist ein anderer Baustil, den man Gotik nennt. Dieser neue Baustil wurde in Frankreich erfunden. Es wurden neue Techniken entwickelt, mit denen man Kirchen höher, heller und mit größeren Fenstern bauen konnte.

In der Zeichnung kannst du gut erkennen, wie das Münster in Richtung des Turmes Stück für Stück weitergebaut wurde.



1256 Die ersten beiden frühgotischen Joche
Zeichnung: Benedikt Schaufelberger


Für den Bau des Münsterturms haben die Freiburger 60 Jahre gebraucht. Er ist etwa so hoch, wie ein 42-stöckiges Hochhaus (116 m) und ragt wie ein riesiger Zeigefinger in den Himmel und damit symbolisch zu Gott. Die untere Turmhälfte besteht aus schweren Mauern und mächtigen Pfeilern. Über der Turmuhr geht die viereckige Form des Turms in ein Achteck über. Wegen der eingebauten Ziertürmchen und Ecken fällt das kaum auf. Die Turmspitze besteht aus vielen durchbrochenen Steinplatten, durch die das Licht scheint. So entsteht der Eindruck, dass sich der Turm zum Himmel hin öffnet. So etwas hatte es bis dahin noch nicht gegeben. In vielen Städten hat man später versucht, die Turmspitze nachzubauen, doch nirgendwo wurde sie so schön wie in Freiburg.

Ganz oben auf der Spitze leuchten eine goldene Sonne und ein goldener Mond.

 



1270 - 1330 Langhaus und Turm werden gebaut
Zeichnung: Benedikt Schaufelberger


Wie das Münster beim Chor vollendet wurde:

Als letzten großen Bauabschnitt bauten die Freiburger den großen gotischen Chor mit vielen kleinen Kapellen. In diesen kleinen Gebetsräumen feierten früher wohlhabende Familien Gottesdienste. Sie benutzten sie auch als Familiengräber.

Wie beim Langhaus sieht man viele Steinbögen und Pfeiler mit Türmchen und große spitzbogige Fenster. Allerdings sind die Schmuckformen am Chor reicher. Das Maßwerk besteht nicht mehr aus Kreisen, sondern hat sehr unterschiedliche und verschlungene Muster. Diese Art zu bauen, heißt spätgotisch.

 

 

Während der Arbeiten am Chor ging den Freiburgern das Geld aus. Kaum hatten die Bauleute die Mauern etwas hochgezogen, wurde der Bau unterbrochen. Silber und Erz im Schwarzwald gab es fast nicht mehr. Kriege und die Pest waren durch ganz Europa gezogen. Erst 150 Jahre später wurde weitergearbeitet.



1350 Der Westturm und die Hahnentürme sind vollendet
Zeichnung: Benedikt Schaufelberger


Mitte des 16. Jahrhunderts, nach über 300 Jahren Bauzeit, war das Münster endlich fertig.

 

 

Damals, als die Freiburger 1200 anfingen, das Münster zu bauen, da lebten deine Ur-ur-ur-ur-ur-ur- ur-ur-ur-ur-ur- ur-ur-ur-ur-ur- ur-ur-ur-ur-ur- ur-ur-ur-Großeltern (24 Generationen).

 



1530 Das Münster ist vollendet
Zeichnung: Benedikt Schaufelberger


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